Meine Mutter begann nach der 8. Klasse eine Lehre als Verkäuferin in Alt-Bieblach. Sie liebte ihren Beruf sehr. Anfangs arbeitete sie in der HO und später im Konsum. Am glücklichsten war sie in den 1980-Jahren als sie ganz allein eine kleine Kantine im Kraftverkehr leitete. Es war für sie wie ihr eigener kleiner Laden. Kurz vor der Wende wechselte sie in die Kaufhalle in der Pskower Straße. Im Jahr 1992 wurde sie arbeitslos. Leider hat sie auf Grund von gesundheitlichen Problemen keine neue Arbeit gefunden.
Sie war nie verheiratet, hat aber 1976 Tochter Grit bekommen. Sie lebte all die Jahre mit ihrer Tochter Grit bei ihren Eltern Käthe ( 2006) und Walter Kärst ( 1998). Tochter Grit verzog 1998 nach Braunschweig und Ursula zog kurze Zeit mit ihrer Mutter ihrer Tochter hinterher. 2005 wurde Ursulas Mutter nach einem Beckenbruch pflegebedürftig. Sie erlernte zwar wieder das Laufen, blieb aber trotzdem ein Pflegefall. Nach einem Oberschenkelhalsbruch bekam sie ein künstliches Hüftgelenk und war an Bett gefesselt. In der Zeit konnte Ursula kaum noch aus dem Haus. Nach dem Tod ihrer Mutter freute sie sich auf ihr neues und erstes eigenes freies Leben. Leider war ihre diese Freude nur 6 Monate vergönnt. Da kein Arzt die richtige Diagnose stellen konnte verstarb sie unerwartet am 20.02.2007 durch einen septischen Schock, nachdem ihre Organe bereits teilweise nekrotisiert waren. Ich weiß nicht, ob dies zu verhindern gewesen wäre und diese Frage wird mich noch lange beschäftigen. Aber ich weiß es geht ihr jetzt besser. Die letzten Jahre hatte sie ständig Rückenschmerzen und konnte nicht mehr alles selber machen.
Ich werde sie als eine sehr starke und selbstbewusste Frau in Erinnerung behalten, die sich nie gescheut hat ihre Meinung zu sagen und zu vertreten - ganz egal welche Konsequenzen es hatte.
Grit Kärst |